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Ein Fernauslöser ist ein wichtiges Zubehör beim Fotografieren. Er ermöglicht das Auslösen der Kamera, ohne diese berühren zu müssen oder in unmittelbarer Nähe der Kamera zu sein. Fernauslöser werden meist in Verbindung mit einem Stativ oder sonstwie stabilen Standort der Kamera eingesetzt. Für Zeitaufnahmen, bei denen die Kamera nicht berührt werden darf, damit die Bilder nicht verwackeln, sind Fernauslöser fast unerläßlich. Hierzu zählen unter anderem Nachtaufnahmen und Studiofotografie

Bei einfachen Kameras, die nicht für den Betrieb mit einem Fernauslöser vorgesehen sind, kann zwar der Selbstauslöser Ersatz bieten, jedoch nur bedingt. Ist er einmal aktiviert, so läuft der Aufnahmemechanismus nach vorgegebener Zeit ab. Dabei kann es passieren, daß die Kamera im falschen Moment ausgelöst wird. Das Bild ist durch zu frühe oder zu späte Auslösung oder eine sonstige Störung nicht brauchbar. Der Fernauslöser hingegen erlaubt es dem Fotografen, die Kamera selbst im richtigen Moment und ggf. auch mehrfach hintereinander auszulösen.

  • Klassische mechanische Fernauslöser sind kurze Bowdenzüge mit einem Knopf zum Drücken auf der einen und einem ausfahrbaren Dorn auf der anderen Seite. Sie werden in ein Gewinde im Auslöser der Kamera eingeschraubt, der Dorn löst auf Knopfdruck die Kamera aus. Sie werden heute nur noch selten verwendet, bei einigen digitalen Bridgekameras können sie noch angeschlossen werden. Als hersteller- und kameraunabhängiges Universalzubehör sind dieses Fernauslöser sehr preiswert.
  • Um dem Fotografen einen größeren Abstand von der Kamera zu ermöglichen, wurden auch pneumatische Fernauslöser eingesetzt. Auch sie haben einen ausfahrbaren Dorn. Dieser sitzt am Ende eines Schlauches und wird durch Luftdruck betätigt, der durch einen Gummiball erzeugt wird. Auch dieses System war bzw. ist kameraunabhägig.
  • Seltener kommen per Funk oder Lichtschranke gesteuerte Fernauslöser zu Einsatz. Die recht teuren Systeme dienen meist dazu, die Kamera ohne Aufsicht zu lassen und sie durch ein Ereignis im Wirkungsbereich der Sensoren des Fernauslösers zu betätigen.
  • Bei den meisten digitalen Kameras kommen heute elektrische Kabel-Fernauslöser zum Einsatz. Sie werden an die Kamera angeschlossen und steuern gleichzeitig den Autofocus. Diese Kabelauslöser können parallel zum Standardauslöser der Kamera benutzt werden, es braucht kein spezieller Bedienmodus an der Kamera eingestellt zu werden. Im Gegensatz zu den klassischen mechanischen Bowdenzug-Auslösern sind diese Kabel-Fernauslöser üblicherweise kameraspezifisch, d.h. proprietär und als Originalzubehör des Kameraherstellers entsprechend teuer. Für einige Kameras, etwa Canon EOS-D, findet man im Internet Anleitungen zum Selbstbau von Kabel-Fernauslösern.[1] Damit lassen sich die Kosten bei identischem Funktionsumfang auf wenige Euro reduzieren. Bei den niedrigen Preisen für Kabelauslöser von Fremdherstellern lohnt sich der Eigenbau in den meisten Fällen allerdings nicht.
  • Bei einigen preisgünstigen Kameramodellen werden statt des elektrischen Kabelauslösers batteriebetriebene Infrarotauslöser verwendet. Sie werden nach Einschaltung des Fernauslösemodus auf einen Infrarotempfänger an der Kamera gerichtet und lösen die Kamera auf Knopfdruck aus. Dabei wird auch der Autofocus mitgesteuert. Diese Systeme haben den Vorteil, daß sie bis zu zehn Metern Entfernung von der Kamera wirksam sind. Der Fotograf hat so die Möglichkeit, die Kamera aus einiger Entfernung ungestört zu steuern, oder er kann sich bei Gruppenaufnahmen unabhängig vom zeitgesteuerten Selbstauslöser in Ruhe ins Bild einreihen und die Kamera diskret auslösen.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Selbstbauanleitung Canon EOS 300D

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