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Beautyretusche ist die extreme Stilisierung von fotografischen Portraits. Diese Portraits dienen weder der künstlerischen noch der authentischen Darstellung – sie sollen ausschließlich die gewünschten Schlüsselreize (sexy, Jugendlichkeit, Kindchenschema,…) signalisieren. Wesentliche individuelle Merkmale (Hautton, biometrische Maße, Ausdruck,…) werden dabei verändert.

Dazu werden verschiedene Techniken, in der Hauptsache digitale Retuschetechniken, verwendet. In den modernen Massenmedien findet sich so gut wie kein veröffentlichtes Portraitfoto ohne Beautyretusche.

Differenzierung

Bei normaler Portrait-Retusche geht es um die Verbesserung eines Fotos (Augenringe retuschieren, Hautunreinheiten beseitigen).

Bei der Beautyretusche dagegen dient das Foto nur als Rohmaterial. Dieses Rohmaterial wird solange manipuliert, bis es einem (makellosen) Wunschbild entspricht. Dieses Wunschbild drückt in der Regel auffällige Schlüsselreize aus bzw. dient kommerziellen Vermarktungsstrategien (siehe auch Anwendungen).

Im englischen Sprachraum wird der Begriff Virtual Makeover verwendet – wobei das Wort Makeover auch im Zusammenhang mit Chirurgie, Autotuning und Kosmetik verwendet wird.

Ziele

Die wesentlichen Merkmale für das Ziel von Beautyretusche sind:


Technisch ausgedrückt will Beautyretusche die Oberflächenstruktur und die biometrischen Maße von Portraits ändern.

Anwendungen

Mode, Werbung und Regenbogenpresse sind die häufigsten Anwendungsfelder für Beautyretusche. Es findet sich so gut wie kein veröffentlichtes Portraitfoto ohne Beautyretusche. Einzelne Portraitfotografen bieten diese Manipulationsmethode ebenfalls an. Die Beautyretusche dient bei allen Anwendungsfeldern nur der Verkaufsoptimierung.

Äußere Merkmale, die im statistischen Durchschnittsgeschmack (Mainstream) als attraktiv gelten (siehe auch Studie der Uni Regensburg[1]), dienen als Matrize für das Wunschbild. Diese Matrize wird mit den gewünschten Produkten und Leistungen (Zeitschriftenverkauf, Retortenbands, Autowerbung,…) verknüpft, um so für höhere Verkaufszahlen zu sorgen.

Beautyretusche ist dabei das Mittel zum Zweck: es passt die Portraits der Matrize an.

Automatisierung

Drei Gründe haben zu der Entwicklung automatisierter Beautyretusche geführt:

  • Die präzise Definition des statistischen Durchschnittsgeschmacks („westliches Schönheitsideal“).
  • Ein hoher Marktbedarf zur Befriedigung dieses Mainstream-Ideals.
  • Der hohe technische Standard in der Elektronischen Bildverarbeitung.

Siehe hierzu auch Weblinks.

Kritik

Durch immer größer werdenden ökonomischen Druck[2] passt sich die „Vierte Gewalt“ in der westlichen Gesellschaft immer mehr den Leitbildern der kommerziellen Marktführer an. Da aber die „Vierte Gewalt“ den Mainstream beeinflusst, ist der Mainstream eine direkte Folge einer Kulturdominanz[3] und damit ein verzerrtes Leitbild. Die Macht dieses Leitbildes zeigt sich im gewandelten Schönheitsideal und verschiedenen Krankheitsfolgen.

Ein durch Beautyretusche manipuliertes Portrait ist ein reines Kunstprodukt ohne Realitätsbezug. Durch die Dominanz in den Massenmedien wird dieses Kunstprodukt zum (unrealisierbaren) Schönheitsideal.

Quellen

  1. Studie der Uni Regensburg
  2. Siegfried Weischenberg: „[…] die öffentliche Aufgabe, die Journalismus nach höchster Rechtsprechung wahrnehmen soll, ist inzwischen mit der Lupe [zu] suchen. Im gesamten Journalismus wird zunehmend mehr die Kritikerrolle zur Disposition gestellt. Die Krise des Journalismus … erweist sich vor allem als Krise seiner Kritikfunktion; sie wird obsolet, wenn die Distanz fehlt und die Relevanz sowieso. … Bezahlte Journalisten seien, um ihre immer knappere Arbeit zu behalten, wegen der Einschaltquoten und der Werbung-Abhängigkeit, tendenziell wie in der PR mehr am Mainstream orientiert.“
  3. Brigitte Rauschenbach: Kulturelle Hegemonie und Geschlecht als Herausforderung im europäischen Einigungsprozess – eine Einführung

Weblinks

Der Inhalt dieser Seite basiert auf „Beautyretusche“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 2009-06-02, 18:00:13 (Permanentlink) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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